Was macht eigentlich … ein Pharmareferent?


Teil unserer Serie "Was macht eigentlich …" – Careforce erklärt Berufsbilder im Pharma- und Healthcare-Markt.
Ein Pharmareferent informiert Ärzt:innen, Apotheker:innen und weiteres medizinisches Fachpersonal hauptberuflich und fachlich fundiert über Arzneimittel. Die Tätigkeit selbst ist als "Pharmaberater" in § 75 AMG gesetzlich geregelt – dieser Begriff ist der rechtliche Oberbegriff für alle, die dazu befugt sind. Je nach Qualifikationsweg – naturwissenschaftliches Studium, Ausbildung als PTA/CTA/BTA/MT oder die formale Pharmareferenten-Ausbildung – tragen die Personen dabei unterschiedliche Berufsbezeichnungen, üben aber dieselbe Tätigkeit aus. Die Rolle ist die Basis, aus der sich viele weiterführende Karrierewege im Pharma-Außendienst entwickeln.
Hast Du Dich schon einmal gefragt, wer eigentlich dafür sorgt, dass Ärzt:innen und Apotheker:innen über neue Arzneimittel, aktuelle Studienlage und richtige Anwendung informiert sind? Genau das ist die Kernaufgabe des Pharmareferenten – einer der bekanntesten, aber oft missverstandenen Berufe der Pharmabranche.
Rechtlich reguliert ist die Tätigkeit als "Pharmaberater" nach § 75 AMG: Pharmazeutische Unternehmen dürfen nur Personen mit nachgewiesener Sachkenntnis beauftragen, Angehörige von Heilberufen hauptberuflich fachlich über Arzneimittel zu informieren. Das Gesetz unterscheidet dabei drei Qualifikationswege, die zu dieser Sachkenntnis führen – ein naturwissenschaftliches Hochschulstudium, eine technische Assistenz-Ausbildung (PTA/CTA/BTA/MT) oder eine eigenständige, formale Pharmareferenten-Ausbildung. "Pharmareferent" ist dabei genau genommen die Berufsbezeichnung, die aus dem dritten Qualifikationsweg hervorgeht – in der Praxis wird der Begriff jedoch häufig übergreifend für alle drei Gruppen verwendet, da sie letztlich dieselbe Tätigkeit ausüben.
Da für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland keine öffentliche Werbung erlaubt ist, findet die fachliche Information gezielt in medizinischen Fachkreisen statt – und genau hier setzt die Arbeit des Pharmareferenten an.
§ 75 Abs. 2 AMG definiert drei unterschiedliche Wege zur erforderlichen Sachkenntnis – mit jeweils eigener Berufsbezeichnung:
Alle drei Gruppen dürfen dieselbe Tätigkeit als Pharmaberater ausüben, unterscheiden sich aber in ihrer formalen Berufsbezeichnung und ihrem Ausbildungsweg. Diese Durchlässigkeit ist einer der Gründe, warum der Pharma-Außendienst für Menschen aus ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen ein attraktiver Karriereweg ist – vom Biologiestudium bis zur PTA-Ausbildung.
Ein typischer Arbeitstag besteht aus geplanten Besuchen bei Ärzt:innen in Praxen und Kliniken sowie in Apotheken. Dabei informiert der Pharmareferent über Wirkweise, Studienlage, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil von Arzneimitteln – immer auf Basis der zugelassenen Fachinformation. Neben dem fachlichen Gespräch gehört die strategische Planung des eigenen Gebiets zum Alltag: Welche Praxen sind besonders relevant? Wie oft sollte ein Kontakt stattfinden? Welche Themen sind gerade aktuell?
Auch die Dokumentation spielt eine wichtige Rolle: Besuche, Gesprächsinhalte und Rückmeldungen aus der Praxis werden im CRM-System erfasst und fließen ins Unternehmen zurück – eine wertvolle Informationsquelle für Marketing, Medical Affairs und Produktentwicklung.
Kommunikationsstärke und Überzeugungskraft sind zentrale Kompetenzen, ebenso wie Eigenorganisation – schließlich planen Pharmareferent:innen ihr Gebiet weitgehend selbstständig. Fachliches Interesse an Medizin und Pharmakologie ist Voraussetzung, um komplexe Studiendaten verständlich und überzeugend zu vermitteln. Und da nicht jedes Gespräch sofort zum gewünschten Ergebnis führt, gehören Resilienz und ein langer Atem beim Beziehungsaufbau ebenfalls dazu.
Der Pharmareferent ist häufig der Einstiegspunkt in die Pharmabranche – aber längst nicht das Ende des Karrierewegs. Mit wachsender Erfahrung eröffnen sich zahlreiche Spezialisierungs- und Führungsperspektiven, zum Beispiel:
Diese Vielfalt macht die Rolle des Pharmareferenten zu einem soliden Fundament für ganz unterschiedliche Karrierewege in der Pharma- und Healthcare-Branche.
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"Pharmaberater" ist der gesetzliche Oberbegriff aus § 75 AMG für alle, die zur fachlichen Information von Heilberufen befugt sind. "Pharmareferent" bezeichnet dabei genau genommen nur die Personen, die über die eigenständige, formale Pharmareferenten-Ausbildung qualifiziert sind – neben Absolvent:innen eines naturwissenschaftlichen Studiums und technischen Assistent:innen (PTA/CTA/BTA/MT), die dieselbe Tätigkeit über andere Qualifikationswege ausüben dürfen. In der Branche wird "Pharmareferent" dennoch häufig als Sammelbegriff für alle drei Gruppen verwendet.
Nicht zwingend. Neben einem naturwissenschaftlichen Studium (Pharmazie, Chemie, Biologie, Human- oder Veterinärmedizin) qualifizieren auch eine Ausbildung als PTA, CTA, BTA oder MT sowie die eigenständige, anerkannte Ausbildung zum Pharmareferenten.
§ 75 AMG legt fest, welche fachliche Sachkenntnis eine Person besitzen muss, um von einem pharmazeutischen Unternehmen als Pharmaberater:in beauftragt zu werden – und schützt damit die Qualität der fachlichen Information gegenüber Ärzt:innen und Apotheker:innen.
Mit wachsender Erfahrung sind unter anderem Positionen als Key Account Manager, Market Access Manager oder Medical Science Liaison Manager mögliche nächste Schritte.
Der Pharmareferent ist die fachliche Stimme eines Pharmaunternehmens gegenüber Ärzt:innen und Apotheker:innen – gesetzlich reguliert, fachlich anspruchsvoll und zugleich der Ausgangspunkt für viele weiterführende Karrierewege in der Pharmabranche.
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