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07.04.2021

Studie: Deutsche vertrauen dem Gesundheitswesen

Die COVID-19-Pandemie stellt das deutsche Gesundheitssystem – ebenso wie das vieler anderer Länder – vor eine enorme Belastungsprobe. Doch die Bürger haben offenbar großes Vertrauen in ihr Gesundheitswesen und seine Kapazitäten: 72 Prozent sind davon überzeugt, dass es zu den drei besten Systemen der Welt zählt. Im Vergleich zur Vorjahresbefragung ist dieser Wert sprunghaft um 20 Prozent gestiegen – das spricht für eine neu gewonnene Wertschätzung der Leistung von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen und Pharmakonzernen im Jahr der Pandemie. Wie stehen die Versicherten ansonsten zum deutschen Gesundheitssystem?


• Die Krise wird Deutschland noch lange im Griff haben
Auf dem Thema Impfen ruhen große Hoffnungen. Dennoch haben die Befragten Zweifel daran, dass sich der Alltag in Deutschland auch nach erfolgreicher Impfung schnell wieder normalisieren wird: 62 Prozent sind davon überzeugt, dass die Bürger noch lange mit Einschränkungen werden leben müssen. Wie lange wird es aus Sicht der Studienteilnehmer dauern, bis das Leben in Deutschland zum Normalzustand zurückkehrt? Lediglich vier Prozent glauben, dass das schon Mitte 2021 der Fall sein wird. 26 Prozent rechnen mit einer Rückkehr zum Jahresende 2021 und 17 Prozent meinen, dass die Pandemie das Land noch bis Ende 2022 im Griff hat.


• Hohe Zufriedenheit mit der medizinischen Leistung des Krankenhauses
Die Bekämpfung der Corona-Pandemie, zu der die Kliniken einen großen Beitrag leisten, hat auch zu mehr Wertschätzung für die deutsche Krankenhauslandschaft geführt. Fast drei Viertel der Patienten schätzen die Versorgung im Krankenhaus als gut oder sehr gut ein. Zum Vergleich: In der Vorjahresbefragung stimmte nur die Hälfte der Deutschen dieser Aussage zu. Bei der Wahl des richtigen Krankenhauses sind nach wie vor Hausärzte die wichtigsten Ansprechpartner für Patienten.


• Die Pandemie hat zu einem Imagegewinn für die Pharmabranche geführt
Beim Thema Impfstoffentwicklung hat Deutschland auf internationaler Ebene eine führende Rolle eingenommen. Viele deutsche Unternehmen forschen dazu. Das hat zu einem deutlichen Imagegewinn für die Branche geführt: Die Zahl derer, die Pharmakonzerne als Innovatoren wahrnehmen, hat sich gegenüber der Vorjahresstudie nahezu verdoppelt und ist von 19 auf 35 Prozent gestiegen. Damit erkennen die Versicherten an, dass die Branche einen wesentlichen Beitrag zur Krankheitsbekämpfung leistet. Parallel dazu ist die Kritik, dass Pharmaunternehmen nur auf Gewinn ausgerichtet sind, leiser geworden: Nur noch 52 Prozent stimmen dieser Aussage zu, während es im Vorjahr noch 68 Prozent waren. Auch für die Zukunft hat die Erforschung neuer, innovativer Produkte mehr Gewicht als die Entwicklung von günstigen Nachahmer-Medikamenten.


• Bürger wünschen sich mehr Investitionen in Gesundheitsvorsorge
Mit ihrer Krankenversicherung – den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) – sind die Bürger ebenso wie im Vorjahr ausgesprochen zufrieden, wie 88 Prozent bestätigen. Das gilt, obwohl die gesetzlichen Kassen 2021 teilweise ihren Zusatzbeitrag erhöhen. Ebenso hoch ist die Zustimmung zu der Aussage, dass die Krankenkassen alle wichtigen medizinischen Leistungen übernehmen. Dabei ist die Zufriedenheit mit der Leistungsgewährung bei der privaten Krankenversicherung noch etwas höher als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (PKV: 93, GKV: 87 Prozent).


Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: Aus Sicht der Bürger sollte das deutsche Gesundheitswesen einen stärkeren Schwerpunkt auf die Prävention legen. So wünschen sich 55 Prozent der Versicherten, dass Gelder aus einem zusätzlichen Budget in die Vorsorge fließen, während 45 Prozent für Heilung ausgegeben werden sollen. Das steht in Widerspruch zum derzeitigen Gesundheitssystem, das einen stark kurativen Charakter hat.

Quelle: pwc, 2. März 202!

 


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