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02.03.2020

G-BA hat sich für 2020 viel vorgenommen

Noch mehr als bisher will der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 2020 die Gesundheitsversorgung in Deutschland neustrukturieren. Aufgabe dieses Gremiums ist die Umsetzung von Gesetze und die Formulierung von Normen für fast alle Bereiche des Gesundheitswesens. Nun hat sich der G-BA ein Mammutprogramm für das laufende Jahr verpasst. Hier einige der wichtigsten Vorhaben:


Arzneimittel:

Zusätzlich zu den bereits 2020 gefassten 6 Beschlüssen zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln ist der Abschluss von weiteren 90 Bewertungen bis zum Ende des Jahres bereits abzusehen. Ab dem 1. Juli 2020 steht Ärztinnen und Ärzten ein Arzneimittelinformationssystem (AIS) zu den Ergebnissen der frühen Nutzenbewertung zur Verfügung. Vom pharmazeutischen Unternehmer kann der G-BA innerhalb einer angemessenen Frist die Durchführung anwendungsbegleitender Datenerhebungen verlangen. Das soll 2020 intensiv geschehen. Der G-BA hat mit dem GSAV den Auftrag bekommen, zu Fragen der Vergleichstherapie Fachgesellschaften und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) schriftlich in die Beratungen miteinzubeziehen.

 

Eine entsprechende Änderung der Verfahrensordnung erfolgt im Februar 2020.

Gemäß dem 2020 in Kraft tretenden Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) hat der G-BA ein Reserveantibiotikum auf Antrag des Herstellers von der Nutzenbewertung freizustellen. Das Antragsverfahren regelt der G-BA in seiner Verfahrensordnung. Der G-BA wird im GSAV beauftragt, in seinen Richtlinien Hinweise zur Austauschbarkeit von biologischen Referenzarzneimitteln durch im Wesentlichen gleiche biotechnologisch hergestellte biologische Arzneimittel zu geben. Die Hinweise für die ärztliche Versorgung bestimmt der G-BA erstmals bis zum 16. August 2020. Hinweise zum Austausch auf Apothekenebene sind durch den G-BA bis zum 16. August 2022 zu geben.

 

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV):

Aktuell liegen 14 erkrankungsspezifische Konkretisierungen vor, die 2020 um Kopf- und Halstumoren und neuromuskuläre Erkrankungen ergänzt werden. Zur Behandlung der folgenden Erkrankungen stehen ASV-Angebote zur Verfügung:

• ausgewählte seltene Lebererkrankungen

• gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle

• gynäkologische Tumoren

• Hämophilie

• Hauttumoren

• Marfan-Syndrom

• Morbus Wilson

• Mukoviszidose

• pulmonale Hypertonie

• rheumatologische Erkrankungen bei Erwachsenen

• rheumatologische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

• urologische Tumoren

• Tuberkulose und atypische Mykobakteriose

• Sarkoidose

 

 

Bedarfsplanung:

Konkretisierung der besonderen Aufgaben von weiteren Zentren und Schwerpunkten Der G-BA hat bereits die Voraussetzungen beschlossen, die Krankenhäuser erfüllen müssen, um besondere Aufgaben als Zentren übernehmen zu können. Die bestehenden Regelungen werden 2020 um weitere versorgungsrelevante Zentren ergänzt:

• Schlaganfallzentren (interdisziplinäre neurovaskuläre Zentren)

• Lungenzentren

• nephrologische Zentren

• kinderonkologische Zentren.

 

 

Reform der Notfallversorgung:

Die ambulanten, stationären und rettungsdienstlichen Strukturen sollen zu einem integrierten System der Notfallversorgung weiterentwickelt werden. Der G-BA wird dazu bundesweit einheitliche bedarfsbezogene Planungsvorgaben zur Bestimmung der Anzahl und Standorte der neuen integrierten Notfallzentren (INZ) treffen.

 

 

Disease-Management-Programme (DMP):

Derzeit werden im G-BA DMP-Anforderungen zur rheumatoiden Arthritis entwickelt und im Laufe des Jahres 2020 beschlossen. Zudem stehen die Aktualisierungen der DMP Brustkrebs, COPD und Diabetes mellitus Typ 2 an, nachdem das DMP Diabetes mellitus Typ 1 im Januar 2020 aktualisiert wurde. Darüber hinaus ist der G-BA gemäß Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beauftragt, die Integration digitaler Medien in die DMP zu prüfen und schafft hierfür 2020 die erforderlichen Verfahrensvoraussetzungen und Arbeitsstrukturen. Zu folgenden Erkrankungen gibt es derzeit DMP:

• Asthma bronchiale

• Brustkrebs

• Chronische Herzinsuffizienz

• Chronischer Rückenschmerz

• COPD

• Depressionen

• Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

• Koronare Herzkrankheit

• Osteoporose

 

 

Qualitätssicherung:

·       Zu folgenden Themen wird der G-BA 2020 in Sachen QS weitere Normen definieren: Mindestpersonalausstattung

·       Psychiatrie und Psychosomatik,

·       Mindestmengenregelungen für ausgewählte planbare stationäre Leistungen, Planungsrelevante Qualitätsindikatoren,

·       Patientenbefragungen in der datengestützten QS,

·       Beratungen zu einem QS-Verfahren Psychotherapie,

·       Ärztliche Zweitmeinung,

·       Anpassung an das Pflegeberufegesetz.

 

 

Verlängerung des Innovationsfonds:

Der Innovationsfonds wird bis 2024 mit einem Volumen von 200 Millionen Euro jährlich (statt zuvor 300 Millionen Euro) verlängert. 80 Prozent des Fonds sollen künftig in die Förderung der neuen Versorgungsformen und 20 Prozent in die Versorgungsforschung fließen. 40 Millionen Euro sind jährlich für die Förderung von Projekten der Versorgungsforschung vorgesehen. Mindestens 5 Millionen Euro der für die Versorgungsforschung zur Verfügung stehenden Mittel sollen für die Entwicklung oder Weiterentwicklung ausgewählter medizinischer Leitlinien aufgewendet werden. Ab dem Jahr 2020 setzt der Innovationsausschuss zudem die im Digitale Versorgungsgesetz (DVG) vorgesehenen Vorgaben um.

 

Quelle:  BMG


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