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08.03.2021

Ergebnis des Zukunftsdialoges von BMWi und Chemiebranche

Das Bundesministerium für Wirtschaft hat mit den führenden Organisationen der Branche - BAVC, IG BCE und VCI - in einem intensiven Dialog gemeinsame Handlungsempfehlungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie erarbeitet. Ein Bündel von Maßnahmen zu sechs Themenfeldern, die starken Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben, soll die Zukunft des drittgrößten Industriezweiges in Deutschland durch nachhaltige Rahmenbedingungen sichern.


Chemie und Pharma sind ein starker Motor für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland. 2020 setzte die Branche über 186 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 464.000 Mitarbeiter. Das internationale Wettbewerbsumfeld der Unternehmen hat sich in den letzten Jahren jedoch erheblich gewandelt. "Um die Leistungskraft unserer Branche zu erhalten und zu fördern, müssen wir den Standort an diese Veränderungen anpassen.

Das Ergebnis des Zukunftsdialoges mit dem Bundeswirtschaftsministerium benennt in aller Klarheit die dafür wichtigsten Elemente. Mehr Rückenwind für Innovationen, schnellere Genehmigungsverfahren und günstige Strompreise sind zentrale Bausteine des Maßnahmenkonzeptes", betont Christian Kullmann, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).


Die gemeinsamen Handlungsempfehlungen erstrecken sich auf die Politikfelder Standortqualität, Green Deal und Transformation, Klimaschutz, Chemikalienstrategie, industrielle Gesundheitswirtschaft und Governance. Ein besonderes Anliegen ist es den Partnern, die Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Industrie in Deutschland zu optimieren und Schwachstellen zu beseitigen, die im Zuge der Corona-Pandemie zutage getreten sind. Hierfür müssen, so der Bericht, die Wertschöpfungsketten durch Diversifizierung der Standorte gestärkt, Innovationen durch passgenaue Regulatorik und ein höheres finanzielles Engagement befördert und Produktionsstandorte in Deutschland und Europa ausgebaut, neu angesiedelt und erhalten werden.


Für BAVC-Präsident Dr. Kai Beckmann ist es elementar, dass es in Deutschland auch weiterhin gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ausreichender Anzahl gibt. "Die Vermittlung digitaler Kompetenzen, auch zur Analyse von Big Data und Künstlicher Intelligenz, gehört endlich auf die Stundenpläne! Zur Bewältigung des digitalen Wandels müssen die Schulen und Hochschulen dafür auch mit den erforderlichen Personal- und Sachmitteln ausgestattet werden. Für die duale Ausbildung heißt das ganz klar, dass die beruflichen Schulen auch gleichberechtigt im 'Digitalpakt Schule' berücksichtigt werden sollten. Die Unternehmen in unserer Branche leisten bereits überdurchschnittlich viel Weiterbildung. Unsere branchenweite 'Qualifizierungsoffensive Chemie', die die Chemie-Sozialpartner im Tarifabschluss 2019 verabredet haben, trägt mit dazu bei."


„Vor unserer Branche und ihren Beschäftigten liegen herausfordernde Jahre", sagt der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis. "Es gilt, die klimagerechte Transformation zu stemmen, Regulatorik und Standortsicherheit im Gleichgewicht zu halten und die heimische Pharmaproduktion zu stärken. Deshalb kommt es darauf an, dass in diesen Fragen die Chemie stimmt zwischen Politik, Industrie und Sozialpartnern. Unser gemeinsames Handlungskonzept bietet eine gute Grundlage dafür."


Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) nimmt seit 1949 seine Aufgabe als tarif- und sozialpolitischer Spitzenverband der deutschen chemischen und pharmazeutischen Industrie wahr. Er vertritt die tarif- und sozialpolitischen Interessen seiner zehn selbständigen regionalen Mitgliedsverbände mit 1.900 Mitgliedsunternehmen und 580.000 Beschäftigten.


Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit mehr als 600.000 Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum Organisationsbereich gehören unter anderem die Branchen Bergbau, Chemie/Pharma, Energie, Erdöl und Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe, Leder, Papier, Umwelt, Wasser und Ver- und Entsorgungsbetriebe.


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von über 1.700 deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen sowie deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. 2020 setzte die Branche über 186 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 464.000 Mitarbeiter.

 

Quelle: ots, Frankfurt/Main


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