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13.07.2020

Enorme Schutzwirkung von Masken gegen Corona-Infektionen bestätigt

Einfache Stoffmasken über Nase und Mund verhindern offenbar tatsächlich, dass das Coronavirus sich verbreitet. Eine neue Studie der Universität Mainz, über die auch der MDR jetzt berichtete, legt das nahe. Ausgangsbasis der Untersuchung: das vorbildliche Beispiel Jena.


Die Studie zu einfachen Mund-Nasen-Masken belegt, dass sie tatsächlich eine Schutzwirkung gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben. Forscher aus Mainz, Darmstadt, Kassel und dem dänischen Sønderborg (Sonderburg) haben für diese Untersuchung den Infektionsverlauf in Jena mit dem anderer deutscher Kommunen verglichen. Ihr Ergebnis bestätigt, dass Alltagsmasken aus Stoff den Luftstrom beim Sprechen hemmen und dadurch die Übertragung infektiöser Partikel dämmen. Experten begründen damit die Empfehlung für die Maskenpflicht.

 

Zwar gibt es keine bundesweite Maskenpflicht, aber die "dringende Empfehlung" zum Tragen. Was ist zu beachten? Jena hatte bereits Anfang April als erste größere deutsche Stadt eine Maskenpflicht angeordnet, worauf die Zahl der Neuinfektionen drastisch zurückgegangen war. Die Wissenschaftler haben laut Ergebnis der Studie nun ermitteln können, dass der Rückgang tatsächlich eine Folge dieser Maßnahme war, wie die Universität Mainz mitteilte. In Jena waren Masken beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr bereits am 6. April zur Pflicht geworden. Zu diesem Zeitpunkt zweifelten die zuständigen Behörden in der Bundesrepublik noch mehrheitlich am Nutzen einfacher Gesichtsmasken.

 

Vorgelegt wurde die Studie mit dem Titel „Maskenpflicht und ihre Wirkung auf die Corona-Pandemie: Was die Welt von Jena lernen kann" von einem Team um den Wirtschaftswissenschaftler Klaus Wälde von der Johannes Gutenberg-Universität. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse bisher in Form eines Diskussionspapiers. Ein von Kollegen begutachteter Fachaufsatz in einem Wissenschaftsmagazin liegt bisher nicht vor.

 

Für ein aktuelles Diskussionspapier des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) suchten die Wissenschaftler nach anderen kreisfreien Städten und Landkreisen, die eine ähnliche Bevölkerungsstruktur und eine vergleichbare medizinische Infrastruktur aufweisen. Die Forschergruppe habe „eine Art synthetisches Jena geschaffen, das die Maskenpflicht erst später eingeführt hat, und dieses mit dem realen verglichen", erklärte der Mainzer Volkswirt Klaus Wälde.

 

Den Berechnungen zufolge gab es in den drei Wochen nach Einführung der Maskenpflicht in Jena viermal weniger neue Fälle als in den Vergleichskommunen. Laut Fazit der Forscher "tut sich eine signifikante Kluft zwischen den Fallzahlen in Jena und der Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht auf". 20 Tage nach der Einführung der Maskenpflicht in Jena sei die Gesamtzahl der dort registrierten Covid-19-Fälle lediglich von 142 auf 158 gestiegen, im Vergleichsmodell hingegen von 143 auf 205.

 

In einem zweiten Schritt untersuchten die Forscher die Entwicklung der Fallzahlen in den Städten und Kreisen, welche die Maskenpflicht zum 22. April eingeführt hatten, mit den Fallzahlen der Kommunen, die die Maskenpflicht erst zum 27. April oder später einführten. Auch hier zeigen sich signifikante Unterschiede. „Zusammenfassend kann man sagen, dass die Einführung der Maskenpflicht in den jeweiligen Kreisen zu einer Verlangsamung der Ausbreitung von Covid-19 beigetragen hat", erklärte Wälde.

 

Forscher vom Imperial College London (Großbritannien) kommen nach der Analyse von Todesfallzahlen zu dem Ergebnis, dass die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Millionen Infektionen und Todesfälle verhindert haben. Der großangelegte Lockdown samt Grenzschließungen, Kontaktsperren und Schulschließungen habe allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai womöglich etwa 3,1 Millionen Todesfälle verhindert und eine Kontrolle des Pandemie-Verlaufs ermöglicht, heißt es in einem Bericht im Fachmagazin "Nature".

 

In einer zweiten Studie berichtet ein Forscherteam, dass die Maßnahmen in den sechs von ihnen betrachteten Ländern bis zum 6. April rund 530 Millionen Infektionen verhindert hätten. Die Wissenschaftler hatten den Infektionsverlauf bis zu diesem Stichtag in China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert. Experten in Deutschland raten zu einer vorsichtigen Interpretation, unter anderen wegen einer hohen Schwankungsbreite der Zahlen.

 

Quelle:  sgp


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