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27.02.2020

Coronavirus verschärft Arzneimittel-Engpässe

Nicht nur die Ansteckung mit dem Coronavirus ist lebensgefährlich, bald könnten es auch die Folgen der Epidemie sein. BfArM und Ministerium fürchten nach der Epidemie langfristige Versorgungslücken. Die aufgrund der Situation entstandenen Lieferprobleme wichtiger Wirkstoffe könnten die Arzneimittelversorgung erheblich gefährden.


Seit Wochen grassiert das Coronavirus. Während die 14 ersten Fälle in Deutschland gerade entlassen werden, meldet man aus China täglich neue Infektionen – weit über 40.000 sind es inzwischen. Entwarnung bedeutet das für Deutschland keineswegs, denn besonders die indirekten Folgen der Epidemie dürften uns schon sehr bald zu schaffen machen. Zeitverzögert wird es zu Lieferengpässen mit versorgungsrelevanten Medikamenten kommen. Das bestätigt nicht nur der CDU-Europapolitiker Dr. Peter Liese, der in Brüssel in engen Austausch mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) steht.

 

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn hat nach einem Sondertreffen der EU-Gesundheitsmister vor weltweiten Folgen für die Arzneimittelversorgung gewarnt. Über die schon bestehenden Probleme bei einigen Medikamenten komme es voraussichtlich zu dramatischen Engpässen in der Versorgung, auf die man vorbereitet sein müsse.

 

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat mittlerweile eine Liste von Präparaten aufgestellt, die in der heimischen Versorgung bald knapp werden könnten. Das Ergebnis ist Besorgnis erregend: Laut BfArM ist  für 19 Arzneimittel ein Wirkstoffhersteller in der Stadt Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus, gemeldet. 17 Wirkstoffe seien als versorgungsrelevant eingestuft. Für die Provinz Hubei sind insgesamt 136 Arzneimittel angegeben, deren Wirkstoffhersteller dort ihren Sitz haben. 48 der betroffenen Wirkstoffe sind als versorgungsrelevant eingestuft. Doch nicht nur das Epizentrum der Epidemie sorgt für Probleme. Viele Arzneimittel kommen auch aus anderen asiatischen Ländern, vor allem Südkorea, das unter anderem in der Herstellung von Biologica und Biosimilars eine führende Rolle innehat. Dort ruht aktuell die Produktion weitgehend aufgrund fehlender Rohstofflieferungen aus China. Selbst viele Herstellungsprozesse in den USA sind ohne chinesische Lieferungen kaum aufrecht zu halten, zumindest der Export nach Europa dürfte längerfristig eingeschränkt sein, wenn Medikamente knapp werden. Das BfArM hat inzwischen der Auftrag, die Nicht-Verfügbarkeit von Medikamenten sofort zu melden und Austauschempfehlungen zu geben. Insgesamt stehen aktuell 280 nicht verfügbare Arzneimittel und Impfstoffe auf den Engpasslisten der zuständigen Bundesinstitute.

 

Quelle:  sgp


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