News
und
Wissenswertes

16.04.2018

Studie: Operationserfahrung wichtiger als Entfernung

Insgesamt 94 Prozent der Befragten begrüßen gesetzliche Regelungen für Mindestmengen bei Operationen und sind bereit, auch weitere Wege zu fahren, um in entsprechend spezialisierte Krankenhäuser zu gelangen.


Dies geht aus der repräsentativen Bevölkerungsbefragung „Qualität in der stationären Versorgung" im Auftrag der AOK Hessen hervor. „In den vergangenen Jahren beobachten wir eine zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser", so Dr. Roland Strasheim, Hauptabteilungsleiter Krankenhaus-Rehabilitation-Fahrkosten bei der AOK Hessen. „Leider folgt nicht jede Spezialisierung den genannten qualitativen Kriterien, so dass wir klare Regelungen fordern. Dazu gehört die Umsetzung der Mindestmengenregelungen, die der Gemeinsame Bundesausschuss erlässt. Nur so kann hervorragende Qualität in der Versorgung erreicht werden."

 

 

Für fast zwei Drittel der Befragten ist die besondere Qualifikation der Ärzte ein Top-Auswahlkriterien für die Wahl der richtigen Klinik. Die Entfernung spielt nur für 34 Prozent eine Rolle und landet damit nur auf Platz 10 der Auswahlkriterien. Etwa 94 Prozent der Befragten würden einen weiteren Weg in eine Klinik in Kauf nehmen, wenn sie eine Mindestanzahl an Operationen für den bevorstehenden Eingriff nachweisen kann. Dabei akzeptieren die Befragten im Durchschnitt eine Entfernung von 130 Kilometern.

 

„Die Befragung zeigt, dass sich die Patienten intensiv Gedanken um einen bevorstehenden Eingriff machen und hohe Ansprüche an die Behandlungsqualität und die Erfahrung der Mediziner stellen", sagt Strasheim. „Wir brauchen noch gezieltere Aufklärungsmaßnahmen, damit die Patienten sich noch umfassender informieren können." Mittelfristig dürften nur noch Krankenhäuser solch spezialisierte Leistungen anbieten, die auch die Kriterien für Qualität und Mindestmengen erfüllen, so die AOK Hessen. In der Konsequenz muss dies auch Auswirkung auf die regionale Planung der Versorgung haben: Eine sinnvolle und abgestufte medizinische Versorgung, die sowohl ambulante als auch stationäre Behandlung berücksichtigt und dabei unterscheidet zwischen einer wohnortnahen, in der Regel ambulanten Grundversorgung und einer zentralisierten Spezialmedizin, ist unbedingt notwendig. Die AOK Hessen fordert sogar eine Ausweitung der Mindestmengenregelung. Dass dies medizinisch sinnvoll sei, hätte jüngst auch der AOK-Qualitätsmonitor 2018 belegt. Die Studie ergab, dass die Sterblichkeitsrate in spezialisierten Krebszentren mit höheren Fallzahlen niedriger ausfiel als in Kliniken mit wenig Routine bei Krebsoperationen. Die AOK will daher Mindestmengen auch für komplizierte Lungen- und Brustkrebsoperationen einführen.

 

 

Quelle:  sgp

 


E-Mail Xing Kununu Facebook Youtube LinkedIn Google+