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03.01.2019

gematik lässt dritten Konnektor zu

Die gematik hat für den VSDM-Konnektor Firma RISE F&E GmbH die Zulassung erteilt. Die das Unternehmen aus Österreich will noch in diesem Jahr deutlich über 10.000 Konnektoren fertigen lassen. Zuvor erhielten bereits die CompuGroup Medical und die Deutsche Telekom Zulassungen für ihre Produkte.


Der Feldtest des RISE-E-Health-Konnektors, der per Software-Update nachgerüstet werden soll, ist für das zweite Halbjahr 2019 geplant. Zusatzlösungen wie der Rechenzentrums-Konnektor sollen ebenfalls 2019 folgen.

„Der RISE-Konnektor hat die Anforderungen an die Funktionalität, Interoperabilität und Sicherheit zum Einsatz in der Telematikinfrastruktur erfüllt“, sagt Alexander Beyer, Geschäftsführer der gematik. Die gematik hatte im April 2017 die österreichische Firma RISE F&E GmbH beauftragt, einen Konnektor für den bundesweiten Online-Produktivbetrieb zum Versichertenstammdaten-Management (VSDM) zu entwickeln.

Ein Konnektor verbindet die IT-Systeme medizinischer Einrichtungen mit der Telematikinfrastruktur. Er ist mit einem Router vergleichbar, jedoch mit einem deutlich größeren Funktionsumfang und einem sehr hohen Sicherheitsniveau. Der Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, in dem elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet genutzt werden können.

 

Das Versichertenstammdaten-Management ist die erste Anwendung der Telematikinfrastruktur und ermöglicht es Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten in Echtzeit (online) automatisiert zu überprüfen, ob die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind bzw. ob ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Dieser Online-Datenabgleich ist gesetzlich verpflichtend.

 

Gleichzeitig gibt es über den Einsatz der Konnektoren eine aktuelle Entscheidung des Deutschen Bundestags: Bis Ende März 2019 müssen alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten die benötigten Komponenten für die Telematikinfrastruktur verbindlich bestellen, um keine Honorarkürzungen zu riskieren. Damit erhalten sie drei Monate mehr Zeit als bisher vorgesehen. Bis 30. Juni 2019 muss der Anschluss erfolgt sein.

 

Nach Protesten der Ärzteschaft haben die Fraktionen von CDU/CSU und SPD ihren Antrag zur Verlängerung der Sanktionsfrist in letzter Minute geändert. Dieser sah zunächst vor, dass Praxen bis Jahresende die technische Ausstattung vertraglich vereinbaren müssen. Anderenfalls hätte ihnen ab Januar die Vergütung gekürzt werden müssen. Der Antrag beinhaltet konkret, dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die nötige Technik wie Konnektor und Kartenterminal allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Bis Ende Juni muss dann die Technik installiert sein. Denn ab 1. Juli, so sieht es der Antrag vor, greifen die Sanktionen. Praxen, die dann nicht die Versichertendaten beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte online abgleichen und gegebenenfalls aktualisieren, ist die Vergütung um ein Prozent so lange zu kürzen, bis die Prüfung durchgeführt wird.

Der Antrag zur Fristverlängerung wurde mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz verabschiedet, das zum 1. Januar in Kraft tritt.


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