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13.11.2018

Jens Spahn: Höhenflug mit Hindernissen

Nach dem überraschenden vorgesehenen Rückzug der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom CDU-Parteivorsitz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sehr schnell und entschieden seine Kandidatur für dieses Amt angemeldet. Seine Ambition, auf diesem Weg der nächste Bundeskanzler zu werden, ist bekannt. Aber mindestens zwei gestandene Mitbewerber, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, werden ihm einen Erfolg nicht leicht machen.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Ein Ära geht zu Ende: Angela Merkel hat am 29. Oktober bei einer Präsidiumssitzung der CDU überraschend bekanntgegeben, dass sie nach 18 Jahren als CDU-Chefin und 13 Jahren als Kanzlerin weder auf dem Bundesparteitag der CDU im Dezember in Hamburg erneut für den Parteivorsitz kandidieren werde noch für eine erneute Kanzlerkandidatur nach 2021 zur Verfügung stehe. Zudem wolle sie weder für den Bundestag noch für Ämter auf EU-Ebene bereitstehen.

Nur wenig später war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einer der Ersten, der mit der Ankündigung seiner Kandidatur als Parteivorsitzender der CDU seinen Hut in den Ring warf. Wohl wissend, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel unausgesprochen die ebenfalls kandidierende CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin im Parteivorsitz bevorzugen würde. Und dann gab es auch noch mindestens drei weitere Kandidaten, darunter der Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. Dieser verzichtete allerdings auf seine Bewerbung, nachdem sich ebenso überraschend noch ein Kandidat anmeldete, der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz, der offenbar nach einer sehr erfolgreichen zwischenzeitlichen Wirtschaftskarriere nun Gefallen daran finden würde in die Politik zurückzukehren. Merz präsentierte sich dann am 31. Oktober in seiner bekannt schnörkellosen Art mit glasklaren Vorstellungen seiner Ziele als möglicher Parteivorsitzender auf einer Pressekonferenz, die die Messlatte für seine Mitbewerber erst einmal ziemlich hoch anlegte. Man darf wohl darauf gespannt sein, wie sich seine zwei Hauptkontrahenten, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn damit auseinandersetzen und sich ihrerseits präsentieren.

 

Wie Spahn auf einer Ärzteveranstaltung am 31. Oktober in Düsseldorf im Interview mit Eva Quadbeck, Rheinische Post, zugab, war ihm innerhalb von Sekunden nach Merkels Ankündigung klar, dass sich nun in der Partei etwas ändern müsse, und er der richtige Mann als CDU-Vorsitzender für diese Aufgabe sei. Er brenne für die Partei und sei entschlossen sie wieder stärker zu machen. Einen Rückzug seiner Bewerbung nach der Präsentation von Friedrich Merz schloss er aus. Im Gegenteil sei die nun anstehende Diskussion um die drei wesentlichen Bewerber mit ihren unterschiedlichen Profilen und Schwerpunkten eine neue Vielfalt, die für die CDU nur gut sei. Es bestehe in der Partei ein enormer Nachholbedarf an Kommunikation. Auf die Frage, ob er sich als Parteivorsitzender mit der Bundeskanzlerin verstehen würde erwiderte er schlagfertig: „Vielleicht haben Sie es noch nicht bemerkt, aber ich sitze in ihrem Kabinett!“

 

Jens Spahn ist ein erfrischend junger, kluger und sehr ehrgeizige Politiker. Er findet auch seine Unterstützer, insbesondere bei den jüngeren Abgeordneten. Ob er sich allerdings mit seiner Bewerbung gegen diese zwei gestandenen Mitbewerber durchsetzen kann erscheint doch aus heutiger Sicht zumindest fraglich. Allerdings hat er mit dieser sehr schnellen Bewerbung auch gezeigt, dass es in der Politik Dinge gibt, die ihm weitaus mehr am Herzen liegen als die Gesundheitspolitik.

 

Quelle:  ES


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