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27.12.2018

FDP will Heilpraktiker abschaffen

Die FDP-Bundestagsfraktion hat am 14. November ein Positionspapier der AG Gesundheit zu den Heilpraktiker-Äußerungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn vorgelegt. Ein Verbot von Frischzellenkuren sei nicht ausreichend. Viel mehr schlägt die Arbeitsgruppe vor, die Bezeichnung des „Heilpraktikers" abzuschaffen.


Auf Twitter hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass im Mittelpunkt der Politik der Schutz der Patienten stehen müsse. Deswegen werde die Regierung die Herstellung, den Verkauf und die Anwendung von Frischzellen verbieten.

„Patienten müssen sicher sein können, dass ihnen Arzneimittel nicht schaden", so Spahn gegenüber dem NDR und der Süddeutschen Zeitung. Ein Referentenentwurf soll in Kürze vorliegen. Frischzellen sind in der Regel Extrakte aus tierischen Organen (häufig Schafe). Über 400 Heilpraktiker und Ärzte sollen diese laut Behörden unwirksamen Therapien, vermarktet häufig als "Anti-Aging-Kuren", herstellen und ihren Patienten über Spritzen verabreichen. Frischzellen-Kuren sind fast weltweit verboten. Die teuren Anwendungen lockten vermögende Gesundheitstouristen an.

 

In dem FDP-Positionspapier heißt es: „Wir sind der Auffassung, dass es im Sinne der Patientensicherheit letztendlich geboten ist, die Erlaubnis zur Bezeichnung als „Heilpraktiker“ mittelfristig auslaufen zu lassen. Um bereits praktizierenden Heilpraktikern nicht ihre Lebensgrundlage zu entziehen, sprechen wir uns insoweit für einen Bestandsschutz aus. Für uns bedeutet ein Auslaufen der Möglichkeit eine Heilpraktikererlaubnis zu erlangen nicht, dass das gegenwärtig bestehende alternativ- und komplementärmedizinische Angebot ersatzlos entfallen muss. Es ist aus unserer Sicht entscheidend, dass ausschließlich wissenschaftlich fundiert ausgebildete Ärzte staatlich gelabelt „Heilkunde“ betreiben dürfen."

 

Die Abgeordnete Katrin Helling-Plahr teilte zudem mit:

„Spahns Vorschlag ist zwar richtig aber greift viel zu kurz. Frischzellentherapien sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn Spahn behauptet, durch ein Verbot die Patientensicherheit spürbar zu verbessern, ist das Augenwischerei. Den Patienten, die Opfer von Diagnosefehlern oder Falschbehandlungen werden oder die mit anderen kuriosen Heilsversprechen gelockt werden, ist damit nicht gedient. Wenn Spahn Patientensicherheit fördern möchte, soll er sich ehrlich machen und eine grundlegende Reform des Heilpraktikerwesens anstreben."

 

Quelle: sgp


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